Quintenzirkel, Positionen und meine Harp-Tasche

Der Schlüssel zum Verständnis der Positionen ist der Quintenzirkel.

Der Quintenzirkel wiederholt sich nach 12 Noten. (Die 13. Note ist identisch zur ersten.) So kann man von C beginnend die Noten reihum gemäß dem Quintenzirkel von 1 bis 12 nummerieren (internationale Notenbezeichnungen):

| 1 |     2 |  3 |  4 |  5 |  6 |     
| C |     G |  D |  A |  E |  B |     
+---+-------+----+----+----+----+----+
    | F#=Gb | Db | Ab | Eb | Bb |  F |
    |     7 |  8 |  9 | 10 | 11 | 12 |

Hier ist der Quintenzirkel in zwei Tabellenzeilen erstens für 1 … 6 und zweitens für 7 … 12 aufgeteilt, und die Tabellenzeilen sind so eingerückt, dass Gb unter G, Db unter D, Ab unter A und Bb unter B zu stehen kommt. Den Quintenzirkel kann man beliebig oft durchlaufen: die Fortsetzung der zweiten Tabellenzeile ist wieder die erste Tabellenzeile, auf F folgt C.

Für eine C-Harp wird so jede Position dem Grundton eines Musikstücks zugeordnet, das man in dieser Position spielt.

Beispiel, aus der Tabelle oben abgeleitet: 4=A bedeutet, auf einer C-Harp spielt man in der 4. Position ein Musikstück mit dem Grundton A.

Für eine andere Harp als eine C-Harp nummeriert man neu reihum gemäß dem Quintenzirkel, beginnt aber dann nicht mit 1 bei C, sondern mit 1 bei dem Ton, mit dem die Harp bezeichnet wird.

Beispiel mit D-Harp:

| 11 |    12 |  1 |  2 |  3 |  4 |     
|  C |     G |  D |  A |  E |  B |     
+----+-------+----+----+----+----+----+
     | F#=Gb | Db | Ab | Eb | Bb |  F |
     |     5 |  6 |  7 |  8 |  9 | 10 |

1=D, 2=A, 3=E, …, 12=G

… heißt …

1. Pos. = D, 2. Pos. = A, 3. Pos = E, …, 12. Pos = G.

So findet man also den Grundton des Musikstücks für eine vorgegebene Harp und eine vorgegebene Position.

Viel öfter sucht man jedoch die passende Harp zu einer vorgegebener Tonart des Musikstücks. Dazu nummeriert man wieder neu reihum gemäß dem Quintenzirkel, aber rückwärts, in umgekehrter Richtung, mit 1 beim Grundton des Musikstücks beginnend.

Beispiel mit Musikstück mit Grundton in D:

|  3 |     2 |  1 | 12 | 11 | 10 |     
|  C |     G |  D |  A |  E |  B |     
+----+-------+----+----+----+----+----+
     | F#=Gb | Db | Ab | Eb | Bb |  F |
     |     9 |  8 |  7 |  6 |  5 |  4 |

1=D, 2=G, 3=C, …, 12=A

… heißt …

1. Pos. = D-Harp, 2. Pos. = G-Harp, 3. Pos. = C-Harp, 4. Pos. = F-Harp, …, 12. Pos. = A-Harp.

Um sich den Quintenzirkel nicht merken zu müssen, kann man Harps so in zwölf Fächer einer geeigneten Harp-Tasche sortieren:

| C  | G  | D  | A  | E  | B |
|----+----+----+----+----+---|
| F# | Db | Ab | Es | Bb | F |

Oder mit den zwei typischen Extra-Harps hohe G und tiefe F, die bei der Nummerierung gemäß dem Quintenzirkel ausgelassen werden müssen, um die Töne nicht doppelt zu zählen (nun mit deutschen Notenbezeichnungen):

| C   | G   | G hoch | D  | A | E | H      |
|-----+-----+--------+----+---+---+--------|
| Fis | Des | As     | Es | B | F | F tief |

Tatsächlich habe ich meine Harps so einsortiert.

Alle Töne, mit denen die gängigen Harps bezeichnet werden, finden sich in den Tabellen oben wieder. Selten kann es vorkommen, dass man mit einer Tonart umgehen muss, dessen Grundton in den Tabellen nicht wörtlich genannt ist. Zum Beispiel hat cis-Moll den Grundton Cis, international C#. Ich habe noch keine Harp gesehen, die unter dieser Bezeichnung verkauft wird, und dieser Ton ist in den Tabellen oben nicht direkt genannt. Cis ist ein um einen Halbton erhöhtes C und somit identisch mit einem um einen Halbton erniedrigten D, welches Des genannt wird, international Db. Dieser Ton ist in den Tabellen direkt vorhanden! Über die Tabellen findet man z.B. die 4. Pos. auf der E-Harp heraus.

Mit Fis=Ges, Cis=Des, Dis=Es bzw. international F#=Gb, C#=Db, D#=Eb sollten endlich alle Töne zu finden sein.

– Thomas H.